Unsere WG wurde zur Jugendarbeit

Jugend-WGs als Ort der Begegnung. Weil die passenden Jugendräume fehlten, gründeten wir eine WG mit einer grossen Stube und begannen da, Jugendarbeit zu gestalten. Wir leben Jugendarbeit in und durch unsere WG. Mein Name ist Michi und gemeinsam mit 4 Jungs wohnen und bauen wir Reich Gottes.  

Hier ein paar Gedanken, die mir wichtig sind:  

Persönlicher Freiraum

Es ist wichtig, dass jeder seinen privaten Freiraum trotz mehreren Bewohnern nutzen kann. Jeder braucht einen Rückzugsort für sich allein. Die Mitbewohner müssen/sollen dies akzeptieren.  

Community

Gemeinschaft ist das Wichtigste einer WG. Deshalb soll die Gemeinschaft miteinander und zu WG-Besuchern im Zentrum stehen. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, eine WG zu gründen, nur um die Kosten teilen zu können. Das gemeinsame Essen, Aktivitäten, Putzen, Chillen, Gamen etc. ist ein sozialer Mehrwert für alle Bewohner. Da dies aber zwangsläufig zu Spannungen und Meinungsdifferenzen führt, ist es wichtig grundsätzlich sein eigenes Ego im Griff zu halten und es zu unterdrücken. Wenn dies jeder versucht (das gelingt nicht immer), herrscht Harmonie in einer WG.  

Jüngerschaft

Ich empfehle, dass die Wohngemeinschaft hauptsächliche aus Bewohnern besteht, die denselben Glauben teilen und gemeinsam nach denselben Werten leben. Der gemeinsame Glauben, Gespräche über Jesus, gemeinsames worshippen, beten und über die Gemeinde, Freundschaften, Kleingruppen zu sprechen ist ein wesentlicher Bestandteil des zusammen Lebens. Natürlich sind Menschen ohne diesen Glauben oder mit anderen Glaubensrichtungen herzlich willkommen, müssen aber daran interessiert sein in der WG dieses Erleben zu teilen. Nur so kann meiner Meinung echte Community gelebt werden. Als Christen kann man sich gegenseitig ermutigen und aufbauen, zusammen beten und austauschen, sich gegenseitig weiterbringen im Glauben und gemeinsam wachsen.  

Treffpunkt für das Gemeindeleben

Eine WG kann durchaus als Treffpunkt der gesamten Jugendgruppe genutzt werden. Dies ist bei unserer WG der Fall. Für Gebets-, Kleingruppen- oder Jugendgruppeabende und für noch vieles mehr. Wichtig ist auch hier, dass die Kommunikation unter den Bewohnern stimmt und dass alle damit einverstanden sind, dass öfter viele Leute in der WG zu Besuch sind.  

Finanzen

Ich finde, man sollte kein Rappenspalter sein. Sowieso nicht als Christ! Egal, ob man viel oder wenig Geld hat, der Umgang mit Geld ist schliesslich eine Herzenshaltung. Wenn jeder nur auf sein Geld schaut und nicht für die Gemeinschaft denkt wird das die ganze Atmosphäre prägen. Dies wollen wir ansprechen und auch mit persönlichem guten Vorbild vorangehen. Das heisst, wir wollen grosszügig sein und einander Gutes zukommen lassen. Als Grundlage ist sicher ein gemeinsames abgemachtes Haushaltsbudget wichtig.

Echtheit

Wir sollen echt sein. Auch gegenüber unseren WG-Kollegen. Die merken sowieso, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb ist es am besten, offen und ehrlich zu sein. Das muss nicht heissen, alles zu teilen und allen alles zu erzählen, aber einander zu sagen, dass Probleme vorhanden sind – das hat eine Auswirkung auf die Community (Rückzug oder Zurückhaltung des Betroffenen und Verständnis, Respekt von den Mitbewohnern).